822 gestimmte Pfeifen

Die neue Orgel der Erlöserkirche wurde am 26. März eingeweiht

Als der Dekanatskantor Matthias Roth im Einweihungsgottesdienst gegen 16:30 Uhr in der Erlöserkirche vom E-Piano aus heimlich, still und leise auf die Empore verschwand, blieb er für die Gottesdienstbesucher als Organist wie in vielen Kirchen üblich, unsichtbar. Als er dann aber erst leise und immer lauter die ersten Töne der Vertonung des 118. Psalm von Karl Friedrich Schulz „Wir danken dem Herren, denn er ist freundlich und seine Güte währt ewiglich“ anspielte , bekamen viele Besucher eine Gänsehaut . Was für eine Genauigkeit, was für eine Klangfarbe, was für eine Lautstärke! Die Mühldorfer Erlöserkirche hat eine neue Orgel. Vorbei sind die Zeiten, als wie der Vertrauensmann des Kirchenvorstandes Burkhard Schröder betonte, Laien den maroden Zustand der alten Orgel nur deshalb nicht bemerkten, weil die Organisten bestimmte Stücke einfach nicht gespielt haben!
„Musik ist ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich“, erinnerte Dekan Peter Bertram bei der Einweihung an einen Ausspruch von Martin Luther. Nach circa 1.200 haupt- und ehrenamtlichen Arbeitsstunden und vom Orgelbauer Lenter einzeln intonierten 822 gestimmten Pfeifen erfreut in Gottesdiensten und Konzerten zukünftig die Besucher. Der Orgelsachverständige Markus Bunge hatte, wie Pfarrerin Susanne Vogt erzählte, die Verantwortlichen der Gemeinde auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht, eine Gebrauchte mit guter Substanz aus Ludwigsburg anzukaufen. Die Technik wurde -so erklärte Herr Bunge- saniert, die Register überarbeitet und erweitert und nicht zuletzt ein größeres Orgelgehäuse eingebaut.
„Diese Orgel und der von uns vor einem halben Jahr gefeierte Renovierung passt perfekt in das Motto dieser Kirche ´Gott allein gebührt die Ehre` stellte Dekan Peter Bertram heraus. Finanziell war und ist die Finanzierung der Orgel wie auch die Innenrenovierung ein Kraftakt. Trotz Zuschüsse des Dekanates, der Stadt Mühldorf, die Auflösung von Rücklagen musste die Gemeinde einen Kredit von 140.000 Euro aufnehmen, ist in der Festschrift nachzulesen. „ Der eigens um den Vorsitzenden Herbert Gölkel gegründete Förderverein für die Orgel hat mit 27.000 Euro gesammelten Spenden die Finanzierungslücke erheblich verringert“, bedankte sich Pfarrerin Vogt.
Der Förderverein wird also keineswegs überflüssig, muss und will weiter um Spenden werben, Benefizveranstaltungen anschieben, die Website http://orgel.muehldorf-evangelisch.de wird laufend aktualisiert.
Und was stimmte Kantor Matthias Roth, der Kirchen- und Posaunenchor gegen 17:00 Uhr zum Schluss des Gottesdienstes an? „Das Lied nun danket alleine Gott“ – gemäß dem Motto dieser Kirche, wie Dekan Peter Bertram betonte: `Gott allein zur Ehre´.
Boris Hillmann

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